Zur Person:

Karen Allgeier lebt auf der Insel Ometepe in Nicaragua und hat vor vielen Jahren das Umwelterziehungsprojekt ins Leben gerufen. Seit 2004 unterstützt Helft uns Helfen e.V. sie bei diesem Projekt.

Vor einigen Jahren begann sie auch mit und für Jugendliche aus ihrer Umgebung Theaterstücke u.A. mit Umweltthemen einzustudieren und aufzuführen. Später kamen dann auch Folkloretänze dazu. Alles mit selber hergestellten Masken und Kostümen.

Durch den engen Kontakt mit den Jugendlichen ist sie sehr nahe dran an der Problematik der Lebensumstände und hat sich deshalb entschlossen, Initiative zu ergreifen und startete ein

Pilotprojekt zur psychosozialen Intervention zur Suizidprävention für Schüler, Lehrer und Eltern an den Schulen von La Palma, Balgüe und Tichana (Samstagsklassen) von Juli bis Oktober 2021

 

Vorgeschichte

Die Vereinigung der Psychologinnen von Ometepe begann als aktive Gruppe im Jahr 2019, als es von einem Moment zum anderen fünf Fälle von Selbstmord und einigen erfolglosen Versuchen von Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren in einem Zeitraum von sechs Monaten von 2018 bis 2019 kam. Unter ihnen ein Schwesternpaar in La Palma, eine 25-Jährige stirbt und die andere Minderjährige überlebt. Zwei 15-jährige Jugendliche, die im dritten Jahr am Gymnasium in Altagracia studierten, starben ebenfalls, was natürlich eine ganze Gemeinde mit fast zehntausend Einwohnern in Schock und Trauer versetzte.

Auf der Suche nach Unterstützung begannen Gespräche mit dem Direktor des Ladislao Shwalsvinki Instituts, der professionelle Hilfe suchte, um die Trauer der restlichen ca. 500 indirekt betroffenen Schüler*innen seiner Schule und die ca. 70 Klassenkameraden*innen der zwei direkt betroffenen Klassen und Familien zu verarbeiten. Von da an schlossen sich mehrere Organisationen zusammen, um diesem Bedarf, durch die Intervention der Psychologinnen die zu diesem Zeitpunkt noch in ihrer jeweiligen Organisation arbeiteten, gerecht zu werden. So kooperierten Proyecto Ometepe Deutschland (POA), Natural Doctors International (NDI), Red de Mujeres de Ometepe(REMO), Foundation between vulkanes (FEV) und Association of Schwesterinseln (Baindbridge-Ometepe) um die professionelle Arbeit der Psychologinnen zu fördern.

Lilliam Zacarías, Rosa Menocal, Karla Varela, Meilin Blandón, Antonia Obregón und Yancys Arevalo arbeiteten zusammen mit einer weiteren Gruppe von fünf Psychologiestudentinnen, die sich als Unterstützung in den Prozessen einbrachten. Sie trugen damals den Namen: „Kommission zur Intervention bei Selbstmord“.

Bei dieser dreimonatigen Intervention, bei der die Trauerprobleme der Schüler im Gymnasium und in der Familienbetreuung direkt angesprochen wurden, arbeitete jede Psychologin auf persönlicher Ebene weiter. Sie boten ihre Unterstützung in ihren eigenen Räumlichkeiten, leisteten individuelle psychologische Betreuung und halfen bei der schulischen Bildung mit verschiedenen Themen. Diese beinhalteten Themen für Jugendliche wie zum Beispiel Frühschwangerschaftsprävention, Betreuung gefährdeter Kinder und Jugendlicher und alle Arten von körperlicher, psychischer, sexueller Gewalt und Mobbing. In dieser Zeit haben wir die Koordination als Netzwerk gepflegt, da sie uns die Möglichkeit des fachlichen Austauschs bot und Kraft zur weiteren Eindämmung der Problematik gab.

Aktuelle Situation

Diese Psychologinnengruppe reaktivierte sich in direkter Betreuung mit dem Thema Suizid im März 2021 aufgrund von drei Suiziden erwachsener Frauen, die sich alle innerhalb einer Woche ereigneten. Die drei Frauen begingen Selbstmord mit einem Herbizid, welches leicht erhältlich ist und durch langsames Austrocknen der inneren Organe den Körper je nach Dosis schneller oder langsamer zerstört, aber fast immer tödlich endet. In allen drei Fällen stellten die Frauen als gemeinsamen Faktor eine Form von innerfamiliärer und intimer Partnergewalt vor. Dies hat viele Menschen und vor allem Frauen bestürzt und unter Berücksichtigung dieses fatalen Alarmsignals am 6. April 2021 die „Ometepe Suicide Prevention Commission“ gebildet, die 2016 die Leitung wieder aktiviert hatte. Sie bitten nun um Unterstützung beim „Verband der Psychologinnen von Ometepe“, um direkt bei den Familien der Verstorbenen durch psychologische Betreuung von Müttern und Geschwistern in Trauer zu intervenieren. Nach dieser fast 3 Monate dauernden Grundversorgung sahen wir auch die Notwendigkeit eines Schulungsprozesses für Gemeindeleiter, um Selbstmorden in den Gemeinden vorzubeugen.

Zwischen April und Juni diesen Jahres gab es noch zwei Selbstmordversuche von Jugendlichen. Darunter einer von einer Studentin des zweiten Studienjahres des Gymnasiums in La Palma. Wir sehen die dringende Notwendigkeit die Bildungsarbeit auf die Schulen auszuweiten, um die Arbeit mit Jugendlichen an weiterführenden Schulen zu ermöglichen. Wir wollen ein Pilotprojekt in den Instituten von La Palma, Tichaná und Balgüe entwickeln, um gemeinsam mit Schülern, Eltern und Lehrer auf kreative und partizipative Weise eine Vielfalt von persönlichen Empowerment-Instrumenten zu lehren. Die Betroffenen sollen lernen, wie sie mit schwierigen Situationen besser umgehen können und konstruktive Handlungsweisen lernen, um ihre Ziele zu erreichen.

Selbstmord speziell auf unserem Vulkan Maderas, wo sich die Menschen doch irgendwie fast alle kennen, sogar oft verwandt miteinander sind, hat unvorhersehbare Auswirkungen. Die Situationen die als Auslöser ermittelt wurden, die zu Wellen oder Ausbrüchen von Suizidversuchen oder Suizidtoten geführt haben, sind verschiedener Art. Es handelt sich dabei um Gewalterfahrungen in der Kindheit und Jugend, insbesondere sexuelle Belästigung und sexueller Missbrauch, Nichtschwangerschaften, Homophobie in Ermangelung einer angemessenen Sexualaufklärung ohne Stigmatisierung und Vorurteile, Gewalt gegen Frauen und Destabilisierung der Familie aufgrund von Migration oder Verlassenwerden durch den Vater aufgrund einer Alkoholsucht.

Selbstmord ist heute eines der alarmierendsten Probleme auf beiden Gemeinden von Ometepe. In den letzten vier Monaten gab es 9 schwierige Versuchssituationen und 5 konkrete Suizidfälle von Männern und Frauen unterschiedlichen Alters in den Dörfern des Vulkans Maderas (Tichaná, Balgüe, San Pedro, Mérida, San Ramón, La Palma, Santa Cruz). Die Suizidversuchen von Jugendlichen ab 13 Jahren bis hin zu erwachsenen Frauen über 40 Jahren, hinterließen in der Folge Familienkonflikte, familiäre Destabilisierung und gefährdete Minderjährige.

Aufgrund dieser Situation ist sowohl ein direkter Interventionsprozess, als auch Präventions- und Sensibilisierungsmaßnahmen in den Dörfern erforderlich, um der Verzweiflung eines Suizidtodes mit konstruktiven Alternativen vorzubeugen.

Die Methodik

Wir arbeiten derzeit mit Gemeindeleitern zusammen, aber um die Jugend unseres Vulkans nachhaltig zu beeinflussen, müssen wir uns mit den Schulen koordinieren, um Schüler, Lehrer und Eltern zu erreichen. Da in letzter Zeit La Palma, Tichana und Balgüe die am stärksten betroffenen und gefährdetsten Gebiete sind, wollen wir mit einem Pilotprojekt in diesen 3 Instituten starten.

La Palma hat 112 Schüler zwischen 12 und 17 Jahren, Balgüe hat 235 Schüler zwischen 12 und 18 Jahren und Tichana (Samstagsunterricht) hat 125 Schüler zwischen 12 und 25 Jahren. Erreichen wir all diese Jugendlichen, haben wir 80% der jugendlichen Schüler des Vulkans Maderas abgedeckt, d.h. von San Fernando, Santa Cruz bis San Ramón.

Dieser Interventionsplan soll über mehrere Monate mit 6 Psycholog*innen entwickelt werden, die einmal pro Woche für eine Schulstunde (45 Minuten) jeden Klassenraum besuchen. Die 5 Psycholog*innen gehen sozusagen alle gleichzeitig in die 1. bis 5. Klasse, also sind alle Schüler mit dem gleichen Thema beschäftigt. Dies sorgt für eine ruhigere Umgebung die eine bessere Konzentration ermöglicht, ohne unnötige Störungen. Die 6. Psychologin kann auf Vorschlag der Direktorin einzelne Fälle betreuen oder einen gemeinsamen Familienbesuch machen, etwa zu der jungen Frau, die vor einem Monat in La Palma einen Selbstmordversuch unternommen hat.

Diese Interventionen in jedem Klassenzimmer werden auf interaktive, erfahrungsbasierte und reflektierende Weise durchgeführt, die dem Kontext und dem Alter der Schüler angemessen sind. Es wird mit kreativen, schriftlichen Übungen gearbeitet, mit Zeichnungen, Videos und Spielen. Sie finden 7 Wochen lang statt, jedes Mal mit einem anderen Thema, die sich als wichtige Themen aus Gesprächen mit Lehrern, Schülern und Eltern herauskristallisiert haben. Jede der Aktivitäten beinhaltet Analyse und Reflexion zur Stärkung von Schutzfaktoren, die die Resilienz von Jugendlichen fördern. Da Gruppenaktivitäten in allen Klassenzimmern entwickelt werden, werden einige spezifische Fälle identifiziert, die direkte Aufmerksamkeit und Beratung verdienen (persönlich oder familiär).

Sie werden auch Kenntnisse vermitteln, um die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern, so wie Schüler und Lehrer, zu verbessern. Risikofaktoren und Schutzfaktoren werden angesprochen, wie zum Beispiel die Bildung eines „persönlichen Sicherheitsnetzes“ für junge Menschen, damit sie sich geschützt und täglich wohl fühlen. Auf diese Weise soll indirekt an der Suizidprävention gearbeitet werden, ohne das Thema direkt zu betonen, um nicht unnötig traurige und schmerzhafte Erinnerungen hervorzurufen.

Um all diese partizipativen und kreativen Interventionen mit den Schülern durchführen zu können, brauchen wir natürlich das Einverständnis der Eltern, da mit den Schülern persönliche Themen besprochen werden. Wir brauchen auch die Zusammenarbeit vom Erziehungsministerium (MINED) und den Lehrer*innen, die aber nicht in die Interventionen zwischen Psychologen und Schülern einbezogen werden, da sie wie die Eltern getrennt geschult werden sollen. Die Lehrer*innen sowie auch die Eltern erhalten getrennt voneinander einen 2-stündigen Workshop und etwa einen Monat später einen weiteren 2-stündigen Workshop. Da die Eltern zu einem monatlichen Treffen kommen, wäre es notwendig, dieses Treffen zu nutzen und zu sehen, wie wir den Workshop durchführen können. Eltern kennen das Problem sehr gut und es gibt keinen perfekten Sohn oder keine perfekte Tochter, obwohl man das als Vater oder Mutter natürlich gerne so sehen möchte, aber plötzlich passiert ein Unglück und dann beklagt man viel. Eine frühe Schwangerschaft, das Mädchen ist mit dem Jungen weggelaufen, oder der Junge hat das schwangere Mädchen nach Hause gebracht (er ist 16 und sie ist 11) und die rechtlichen Probleme, etc ……

Wir alle sollten unsere Aufmerksamkeit und Zeit den Kindern und Jugendlichen widmen, damit diese NICHT die Tragödien durchleben müssen, die wir vielleicht erfahren mussten!

Die Zielsetzungen

Allgemeines Ziel:

Implementieren eines psychosozialen Interventionsplans zur Stärkung der Kapazitäten der Bildungsgemeinschaft (Schüler, Lehrer und Eltern), die als Schutzfaktoren zusammenarbeiten sollen. Die Arbeit soll als ein Sicherheitsnetz gegen die Gefahr der Desorientierung, mangelnder emotionaler Stabilität und der Suizidgefahr der Schüler wirken. Dabei sollen die Schulen von La Palma, Balgüe und Tichaná (Samstagsunterricht) im Zeitraum von Juli – Oktober 2021 bedient werden.

Bestimmte Ziele:

  • Stärkung der Schutzfaktoren, die die Widerstandsfähigkeit von Jugendlichen im Umgang mit den Schwierigkeiten des täglichen Lebens fördern und auf diese Weise einen gesunden Lebensstil frei von Gewalt und Vorurteilen führen können.
  • Stärkung der Fähigkeiten von Lehrern durch Techniken und Kenntnisse, damit sie zur Bewältigung von Situationen mit Schülern beitragen können, die aufgrund interner oder externer Faktoren einige Veränderungen in ihrem emotionalen Verhalten aufweisen.
  • Konstruktives Nachdenken der Eltern anregen, über die Probleme ihrer heranwachsenden Söhne und Töchter, um Alternativen zur Verbesserung der Kommunikation und der Beziehungen zwischen ihnen zu erlernen.
  • Verbessern der individuellen emotional-psychologischen Stabilität von Schülern, Lehrern und Eltern, indem wir auf Wunsch individuelle psychologische Sitzungen anbieten.

Der Trainingsplan:

Für die Ansprache mit den Studierenden werden 7 Sitzungen abgehalten, wovon pro Woche eine Sitzung im Klassenzimmer à 45 Minuten stattfindet. Jede dieser 7 Unterrichtseinheiten findet in einer Schulstunde pro Woche statt, wobei insgesamt 112 Schüler auf La Palma und 130 in Tichana (Samstag) besucht werden. In Balgüe, wo es insgesamt 9 Klassenzimmer gibt, muss die Dynamik bei mehr als 225 Schülern etwas anders sein. Insgesamt werden 467 Studierende besucht.

Für die Lehrer gibt es 2 Sitzungen zu je zwei Stunden und für die Eltern auch 2 Sitzungen zu je zwei Stunden. Es werden kreative, künstlerische Erfahrungsmethoden verwendet, die die Teilnehmer emotional einbeziehen.

Bildungs- und Reflexionsgespräche für Jugendliche der Oberstufe

#1. Selbstwertgefühl:

Durch fantasievolle und schriftliche Übungen soll versucht werden, bei jedem Schüler das Wissen um seine persönlichen Qualitäten und Fähigkeiten als wichtige Werkzeuge für die Bewältigung des Lebens zu reflektieren und zu erkennen.

#2. Jugend und Mobbing:

Die Anerkennung und Akzeptanz aller körperlichen, emotionalen, verhaltensbezogenen und psychologischen Veränderungen, die die Jugendphase mit sich bringt. Sie sollen erfahren, dass sie sich zu erwachsenen Menschen formen und entwickeln und keine Angst davor haben sollten. Wir möchten den gegenseitigen Respekt stärken, da sich jeder in der gleichen Übergangssituation vom Kind zum Erwachsenen befindet, mit dem Ziel, Mobbing zu vermeiden und dass jeder stolz auf sich sein kann.

#3. Sich verlieben und Beziehungen in jungen Jahren:

Sich zu verlieben ist eines der häufigsten Dinge, die Jugendliche erleben. Aufgrund all der hormonellen Veränderungen, die die Adoleszenz mit sich bringt, erleben sie auch das Gefühl immer unabhängiger zu werden. Die Anziehungskraft zum anderen Geschlecht führt bei vielen Mädchen und Jungen zwischen 12 und 13 Jahren dazu, dass sie diese Emotionen intensiver erleben möchten und, getrieben von Neugier Geschlechtsverkehr haben, ohne die Risiken und Konsequenzen davon zu kennen.

Daher ist es wichtig, hier folgende Punkte anzusprechen: Folgen von Frühschwangerschaft, Missbrauch und Manipulation älterer Menschen mit Heranwachsenden und schließlich der Unterschied zwischen schützender und romantischer Liebe.

#4. Gewalt im Leben von Heranwachsenden:

Es ist wichtig, dass jeder Heranwachsende reflektiert und erkennt, wie intensiv jeder die Erfahrung von Gewalt erlebt, sei es innerfamiliär oder direkt. Die Kinder und Jugendlichen sollen jede erlebte Situation als Gewalt bezeichnen die sie physisch, psychisch oder sexuell erfahren mussten.

Erfahrungen, die dazu führen können, dass sie ein emotionales Trauma entwickeln und andere psychische Probleme wie Ängste oder Depressionen daraus folgen. Sie werden auch darüber nachdenken, wie Gewalt ausgeht und wie unerkannte Manipulation, Belästigung, Erpressung und Vergewaltigung zu größeren Konsequenzen führen kann, wie einer frühen Schwangerschaft und der Einschränkung ihrer zukünftigen Ziele und Träume.

#5. Familienzusammenbruch durch Migration:

Familientrennungen aus welchen Gründen auch immer, haben immer einen emotionalen Einfluss auf das Leben der ganzen Familie. Doch bei heranwachsenden Kindern können Trennungen zu einer emotionalen Leere und zur emotionalen Instabilität führen. Gerade in der Pubertät sind die Jugendlichen in einem sehr sensiblen Moment in ihrem Leben. Wenn sie jetzt eine wichtige Bezugsperson verlieren sind sie in jungen Jahren anfälliger für Alkohol, Drogen und abhängigen sexuellen Beziehungen.

# 6. Sicherheitsnetz zur Suizidprävention:

Diese Intervention wird sich auch darauf konzentrieren zu erkennen, dass Kinder- und Jugendlichen nicht allein sind. Jede*r hat ein Sicherheitsnetz (Familie, Schule, Gemeinschaft), in das sie vertrauen und bei Bedarf um Hilfe bitten können. Sie sollen die Fähigkeit und Stärke erreichen, um zu erkennen, wenn sie diese Unterstützung von anderen brauchen. Dieses Sicherheitsnetz schützt sie und sorgt für ihr tägliches Wohlbefinden und ihre Sicherheit. Wenn es einen Konflikt gibt, können die Personen aus dem Netz die Heranwachsenden unterstützen und diese sich dadurch geschützt fühlen. Auf diese Weise soll indirekt an der Suizidprävention gearbeitet werden ohne das Thema direkt zu betonen, um nicht unnötig traurige und schmerzliche Erinnerungen hervorzurufen.

# 7. Alkoholismus in jungen Jahren (1. bis 3. Schuljahr) und Lebensplan (4. und 5. Schuljahr):

  1. bis 3. Schuljahr:

Durch das Internet hat sich die Neugier auf sexuelle Themen und das Bedürfnis Teil einer Gruppe zu sein, beschleunigt. Viele Jugendliche suchen den Mut, die ersten Schritte mit Alkohol zu machen, was an manchen Schulen ein Problem ist.

Schüler unter Alkoholeinfluss zeigen beschleunigtes oder desinteressiertes Verhalten, unterbrechen den Unterricht und verschlechtern so ihre schulische und persönliche Entwicklung. Was die Schüler am Anfang für einen Witz halten, ist leider ein extrem restriktives Verhalten und ein sehr ernstes Problem, dass zwischen trinkenden Schülern, Eltern und Lehrern gemeinsam angegangen werden muss.

  1. bis 5. Schuljahr:

Es ist wichtig Neugier und Interesse für die unterschiedlichen Berufsbilder der verschiedenen Hochschulen oder andere Berufsausbildungen für ihre Zukunft zu wecken. So können Jugendliche beginnen für sich einen Zukunftsplan zu entwerfen, indem sie unter Berücksichtigung ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten überlegen, welches Ziel sie in ihrem Leben erreichen wollen. Auf diese Weise werden sie sich mit mehr Begeisterung und Ernsthaftigkeit ihrem Studium widmen, denn sie haben ein klares Ziel: Sie wollen Profi werden.

Themen der Workshops zur Abstimmung mit den Eltern

Die Eltern sollen Bildungs- und Kommunikationsmodelle kennenlernen, die weder verbal noch physisch gewalttätig sind. Viele Eltern gehen immer noch von der Idee aus, dass sie ihre Kinder genauso erziehen werden, wie sie erzogen wurden, obwohl sie sich in tieferen Gesprächen mit Müttern gut daran erinnern, wie die Schläge schmerzten und dass sie nichts nutzten.

Um das tägliche Wohlergehen und die Sicherheit ihrer Kinder zu schützen und zu gewährleisten, wird den Eltern beigebracht, wie sie ein Sicherheitsnetz für ihre Kinder herstellen. Die Heranwachsenden sollen bei unvorhergesehenen Ereignissen wissen, an wen sie sich vertrauensvoll wenden können.

Sexualität ist eine Dimension des menschlichen Lebens, die in jeder Entwicklungsstufe vorhanden ist. Die Adoleszenz ist die Phase, die die meisten Veränderungen widerspiegelt, nicht nur aufgrund körperlicher Veränderungen, sondern auch aufgrund der Suche nach Identität und Akzeptanz. Daher brauchen junge Menschen viel Unterstützung und Verständnis von den Erwachsenen um sie herum, ohne zu urteilen oder zu diskriminieren, sondern ihnen Erklärungen zu geben, die sie mit Geduld anleiten und leiten können. Eltern müssen zunächst ihre eigenen gesellschaftlichen Vorurteile verstehen, um sich ihren Kindern gegenüber offener verhalten zu können. Es besteht die Gefahr, wenn sich Jugendlichen bei in der Familie unverstanden fühlen, sie mit einer rebellischen Haltung reagieren. Auch im Freundeskreis kann fehlendes Verständnis zu Ausgrenzung und Mobbing führen, welches final auch in ein depressives Verhalten führen kann.

Workshop-Themen zur Abstimmung mit Lehrern

Lehrerinnen und Lehrer spielen in den Instituten eine wichtige Rolle, da sie direkte Beobachter des täglichen Verhaltens der Jugendlichen sind. Daher ist ihre aktive Rolle als Berater unerlässlich. Deshalb werden wir mit ihnen an Techniken des emotionalen Managements, Sexualität im Jugendalter und Schutzfaktoren arbeiten. Auch über Risiken, Mythen und Realitäten des Suizids wird gesprochen, um ihnen bei der Bewältigung von Situationen zu helfen, die bei Schülern auftreten können.

Auch mit den Lehrern wird über das Thema Sexualität und Toleranz im Jugendalter gesprochen, da auch diese zunächst ihre eigenen gesellschaftlichen Vorurteile verstehen und reflektieren müssen, um sich später ihren Schülern gegenüber offener verhalten zu können.

Die Lehrer sollen für die sensiblen Themen in der Adoleszenz sensibilisiert werden, damit sie Teil des Sicherheitsnetzes ihrer Schüler sein können. Lehrer zu sein bedeutet nicht nur, Unterricht zu geben, sondern auch, sich des täglichen Wohlbefindens und der Sicherheit der Schüler bewusst zu sein. Leider haben Lehrer heutzutage aufgrund von Beschwerden der Eltern oft Angst, in Konfliktsituationen zu vermitteln. Deshalb ist es so wichtig, diese besondere Zusammenarbeit zwischen Lehrer und Eltern zu erreichen, um gemeinsam ein Sicherheitsnetz für junge Menschen zu bilden.

Jugendliche sind aufgrund ihres Entwicklungsstandes sehr emotional sensibel und spiegeln sich, wenn sie eine Art von Gewalt erleiden, sofort in Verhaltensänderungen wider. Aus diesem Grund müssen sich Lehrer dieser Veränderungen sehr bewusst sein und vorsichtig und verständnisvoll vorgehen, um zu versuchen, ein vertrauensvolles Gespräch zu führen. Viele Schüler haben Angst vor Vorurteilen und Diskriminierung und sind aus diesem Grund verschlossen und können nicht über ihr Problem sprechen. Manchmal werden ehemals fröhliche und engagierte Schüler plötzlich still und zurückgezogen, wechseln die Kleidungsfarbe (schwarz) und verletzen sich durch Schnitte an Armen oder Oberschenkeln. Auf der anderen Seite hatten andere Schüler früher gute Noten und waren brav und jetzt brechen sie Regeln und Vorschriften, wo sie können. Betroffene tun alles, um drastisch darauf aufmerksam zu machen, dass in ihrem Leben etwas nicht stimmt.

Es ist wichtig, dass Lehrer erkennen, dass sie, wenn sie es schaffen, sich ihren eigenen Problemen zu stellen und ihre Emotionen zu kontrollieren, auch die Fähigkeit haben, andere zu stärken. Als hilfreiche Instrumente zur emotionalen Regulierung werden verschiedene Techniken der Atmung, Entspannung und Konzentration genannt. Lehrer können diese Techniken erlernen, um sie in ihrem Leben anzuwenden und sie anschließend den Teenagern beizubringen.